Die Story von Schildchen Bräu

Zugegeben, Bier habe ich schon immer gerne getrunken. Ich bin wohl das, was man für gewöhnlich als einen geselligen Menschen bezeichnet – und so findet man mich bevorzugt am Abend in fröhlicher Runde in einer Kneipe oder beim gemeinsamen Grillen mit Freunden. Und bei solchen Anlässen wird natürlich gerne auch mal das ein oder andere Bier getrunken.

Ich bin Martin und wohne von Geburt an im wunderschönen Schildgen, einem dörflich geprägten Stadtteil von Bergisch Gladbach.

Wenn ich nicht gerade die Geselligkeit pflege, arbeite ich bei einem kleinen Reiseveranstalter und führe eine kleine Ein-Mann-Agentur im (Online)-Marketingbereich. Vielleicht kennt mich auch der ein oder andere vom regelmäßigen Pubquiz, das ich seit mehreren Jahren im Irish Pub Schildgen moderiere. Außerdem bin ich Geschäftsführer beim TuS Schildgen 1932 e.V. und engagiere mich im Begegnungscafé Himmel & Ääd.

Von der Weltreise zum Bierliebhaber

Meine Liebe zu „besonderen Bieren“ habe ich aber während meiner Weltreise entdeckt. Das war 2018, ist also noch gar nicht so lange her. Gleich zu Beginn hatte ich das Glück via Couchsurfing bei Alex in Moskau unterzukommen. Alex hatte seine Wohnung gleich über einer Craftbier-Bar und so war es klar, wo wir unsere Abende verbringen werden. Zwar hatte ich schon immer gerne lokale Biere von kleineren Brauereien getrunken, war aber schlichtweg wie vom Hocker gehauen, welche Vielfalt an Bierstilen es aus den unterschiedlichsten Ländern dieser Welt doch gibt – Und vor allem wie unterschiedlich und gut sie alle schmecken!

Mein Weg führte mich dann von Moskau aus weiter mit der transsibirischen Eisenbahn durch die Mongolei bis nach China. Auch hier durfte ich mit Überraschung feststellen, wie viele kleine chinesische Brauereien Craftbiere herstellen. Anschließend ging es weiter über Hawaii, Alaska und Kanada ins Mutterland des Hobbybrauens und der Craftbiere – die USA! Selbst in Südafrika, Namibia und Botswana erwarteten mich lokale und handwerklich produzierende Brauereien. In Australien angekommen gab es wieder unzählige kleine Brauereien zu entdecken. Weiter ging es dann nach einem halben Jahr über Indien, Nepal und Dubai wieder zurück ins Bergische.

Unterwegs in Sachen Bier: Brauereiführung bei Newstead Brewing in Brisbane, Australien

Von der Weltreise zum Hobbybrauer

Noch von unterwegs habe ich mein erstes Hobbybrauer-Set bestellt und konnte so gleich nach meiner Rückkehr loslegen, mein eigenes Bier zu brauen. Dass das eigentlich gar nicht kompliziert ist, hatte ich während meiner Reise gelernt und mit eigenen Händen ausprobiert. Ich habe viel Fachliteratur gelesen, immer mehr Zubehör und Gerätschaften gekauft und so mittlerweile eine ordentliche Anzahl an Suden in meiner kleinen Küche gebraut.

Natürlich wollten auch viele Freunde probieren und haben sich so durch die unterschiedlichsten Sude und Bierstile von mir gekostet. Natürlich wuchs der Wunsch, auch einmal mehr von meinen Bieren anbieten zu können. Mich erreichten mittlerweile nahezu täglich Anfragen über Freunde, Bekannte oder die soziale Netzwerke, wo man mein Bier denn trinken bzw. kaufen könnte. Da ich immer nur etwa 16-18 Liter pro Sud brauen konnte, konnte ich leider nicht immer allen Bekannten eine Probierflasche schenken. Schließlich wollte ich am Ende ja auch noch das ein oder andere Bier selbst trinken können. Und da ich gerne verrückte Ideen in die Tat umsetze, hat sich das Vorhaben, Biere in größerem Stil brauen zu lassen, in meinem Kopf immer mehr zu einem Plan entwickelt.

Hobbybrauen in der Küche

Hobbybrauen in der eigenen Küche: Es wird geläutert  – Die Maische wird zur Würze

Vom Hobbybrauer zum „Bierverkäufer“

Es liegt allerdings nahe, dass es mit einer eigenen Brauerei dann doch gar nicht so einfach ist, wenn man eigentlich „nur mal eben“ seine Biere verkaufen möchte. Also habe ich gleich zu Beginn umgedacht und mich verstärkt mit dem Thema Lohnbrauen beschäftigt. Ich verzichte also – zumindest vorerst – auf meine eigene Brauerei und lasse nun Biere nach von mir entwickelten Rezepten bei einer kleinen Brauerei aus Hürth brauen. Diese vertreibe ich exklusiv, ich bin also keine Brauerei im eigentlichen Sinne, sondern offiziell nur Bierhändler. Jedoch mit dem entscheidenden Unterschied, dass ich ausschließlich Biere verkaufe, deren Rezept ich selbst entwickelt habe – und ich beim Brauen selbst dabei war.

Und so kann nun endlich jeder auch ganz offiziell in den Genuss von exklusiven Bieren kommen, die nach meinem Rezept gebraut wurden und die es so nirgendwo anders gibt. Falls du also beim Lesen lust bekommen hast, mal zu probieren – dann kannst du gerne jetzt in meinem kleinen Online-Shop zuschlagen oder einfach mal persönlich vorbeikommen!

Das Pale Ale wird gebraut

Kritischer Blick in die Maischepfanne: Das „Goldene Zeiten“ wird gebraut.